Die Zukunft der To-Go-Verpackungen: Biologisch abbaubar und Beyond

To-Go-Verpackungen

Pappbecher, Plastikboxen und Aluschalen gehören heutzutage zum Alltag von Millionen Menschen, die unterwegs einen Snack oder ein Mittagessen kaufen. Die Verpackungsflut in den Städten wird immer größer. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen viele Unternehmen inzwischen auf umweltfreundlichere Materialien. Doch reicht der Einsatz biologisch abbaubarer Verpackungen aus oder müssen völlig neue Konzepte her?

Biologisch abbaubare Materialien auf dem Vormarsch

Viele Coffee-Shop-Ketten bieten inzwischen Becher aus biologisch abbaubarem Material an. Diese bestehen etwa aus Bagasse, einem Restprodukt der Zuckerrohrverarbeitung. Andere setzen auf Verpackungen aus Bambusfasern. Diese Alternativen zur herkömmlichen Pappe sehen ähnlich aus, sind aber komplett kompostierbar. Auch Einweggeschirr aus PLA, einer Substanz auf Basis von Mais- oder Zuckerrübenstärke, wird immer beliebter. Dieses Geschirr ist preiswert, sieht aus wie Plastik und zersetzt sich rasch. Viele Verbraucher begrüßen den Trend zu Öko-Verpackungen. Doch Umweltschützer sehen die Sache kritisch.

Kompostierbare Verpackungen lösen das Müllproblem nicht

Zwar sind PLA-Schalen, Bambusbecher und Bagasse-Boxen theoretisch vollständig kompostierbar. Doch in der Praxis landen sie meist im Restmüll – und von dort nur in den seltensten Fällen auf einem Kompost. Stattdessen werden die Verpackungen verbrannt. Das setzt CO? frei und belastet die Umwelt ebenfalls. Zudem sind viele der Materialien in der Herstellung ähnlich energieintensiv wie Plastik. Und nicht zuletzt behindern die Verpackungen die stoffliche Wiederverwertung anderer Abfälle. Die Lösung des Müllproblems erfordert also mehr als nur neue Materialien.

Mehrweg statt Einweg

Immer mehr Experten fordern ein grundsätzliches Umdenken im Bereich To-Go-Verpackungen. Statt auf Einweg soll auf Mehrweg gesetzt werden. Unternehmen wie Recup und Vytal bieten bereits Mehrwegbecher und -boxen aus Pfandglas und Kunststoff an. Die Kunden bezahlen ein Pfand und erhalten bei Rückgabe des Geschirrs ihr Geld zurück oder bekommen einen Rabatt. Auch Coffee-Shop-Ketten wie Starbucks testen Mehrwegsysteme. Natürlich muss das Mehrweggeschirr häufig gereinigt werden. Doch Umweltschützer sind sich einig, dass Mehrwegbecher und -boxen aus Kunststoff hier die ökologisch sinnvollste Lösung sind.

Digitale Mehrwegplattformen

Um Mehrweg einfacher und bequemer zu machen, entstehen derzeit diverse digitale Systeme und Apps. Unternehmen wie Recircle vernetzen Gastronomen und Kunden via App und ermöglichen so die einfache Ausleihe und Rückgabe von Mehrwegbechern und -boxen. Die Plattform reBOWL will mit einem Pfandsystem sogar Einweg-Plastikbesteck überflüssig machen. Die Vision ist klar: Mehrweg to go soll dank digitaler Services genauso einfach werden wie der Griff zum Einwegkaffeebecher.

Verleih statt Verkauf

Neben Mehrweg-Systemen kommt auch die Idee des Verleihs statt Verkaufs immer mehr in Mode. Start-ups wie Veloh bieten Kaffee in Pfand-Thermobechern an, die dann nur verliehen, nicht verkauft werden. Das spart Müll. Auch immer mehr Supermärkte und Drogerien setzen auf Nachfüllstationen, an denen Kunden leere Shampoo-Flaschen und Putzmittel-Behälter wieder auffüllen können. Weniger Verpackungsmüll durch smartere Konzepte ist das Motto.

Umdenken auf allen Ebenen nötig

Für eine echte Trendwende bei To-Go-Verpackungen müssen alle Akteure an einem Strang ziehen, so der Tenor von Experten. Handel und Gastronomie müssen Mehrweg-Konzepte etablieren. Die Kunden müssen ihr Konsumverhalten ändern und zu Mehrwegprodukten greifen. Die Politik muss gesetzlich höhere Recyclingquoten durchsetzen und Hersteller verpflichten, weniger Verpackungen einzusetzen. Und die Entsorgungsunternehmen müssen ihre Infrastruktur anpassen, damit Mehrwegprodukte hygienisch aufbereitet werden können. Nur so kann die Verpackungsflut wirklich eingedämmt werden.

Fazit

Die Zukunft der To-Go-Verpackungen liegt in Mehrweg-Systemen, digitalen Plattformen und neuen Nutzungskonzepten wie Leihen statt Kaufen. Diese Ansätze müssen nun schnellstmöglich etabliert und weiterentwickelt werden, um die Verpackungsberge in den Städten zu reduzieren. Ein gewisses Umdenken ist dafür bei allen Beteiligten nötig – aber der Trend geht klar in diese ökologische Richtung.

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